Daniel Fleischmann

Drums

WORKSHOP 1: „IDEAS“

IDEAS FOR YOUR PLAYING

Was macht den Klang und Groove von einer Drummer-Größe wie Steve Gadd aus? Etwa das Custom Drumset mit der immer-geputzten Hardware? Seine eigene Beckenserie?

Hört Euch doch mal Charlie Watts bei den Rolling Stones an…

Man muss kein Stones-Fan zu sein um zu hören, dass Charlie kein toller Techniker ist. Aber seine Grooves sind voll von Musikalität, Feeling und Persönlichkeit! Vielleicht ist es ja nur seine Persönlichkeit, die man hinter jedem Schlag zu hören bekommt.

Je weniger Ablenkung durch äußere Faktoren Ihr habt, desto leichter ist es, eigene Ideen zu entwickeln. Es beginnt im völlig dunklen Proberaum – macht das Licht aus (Augen zu geht auch…nicht schummeln!) und spielt einfach eine Runde drauflos.

Ihr trefft die Trommeln nicht richtig? Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Drum-Set noch nicht optimal aufgebaut ist. Baut die Dinger nicht auf wie im Katalog, sondern so, dass Ihr mit möglichst wenig Bewegung alles erreichen könnt. Ihr solltet blind spielen können, um in der “Band-Situation” 100% bei der Musik sein zu können.

Besser aufgebaut?

…Weiter gehts…

Lasst Euch von Euren Ohren leiten!

Spielt nicht irgendein Fill oder einen Groove, den Ihr mal als Schlagfolge auswendig gelernt habt. Spielt DAS Fill, das Eure Ohren hören wollen. Die Frage ist also: welchen Klang wollen Eure Ohren hören? Z.B. “Digidudummtschack”. Hervorragend!

Üben heisst nun, die Technik zu entwickeln, die Ihr dazu braucht;  also das Fill oder den Groove, den es nur in Eurer Vorstellung gibt, umzusetzen, hörbar zu machen.

Klingt was Ihr da spielt angenehm für Eure Ohren? Seid Ihr mit dem Sound zufrieden? Wenn nein, verändert die Klänge der Trommeln (Workshop: Drum-Tuning), den Anschlagwinkel der Stöcke, die Anschlagstelle, etc. bis sich der Klang so formt, wie er für Euch angenehm ist.

Wie wärs mit einem Blatt Papier auf dem dem Floortom für den patschigen Tiefbass/Attack-Sound? Oder ein Handtuch? Spielt die Grooves auf dem so präparierten Floortom statt z.B. dem Hihat. Legt ein Tambourin auf die Snaredrum, oder noch besser in den Kessel hinein. Spielt bei einem Groove das Hihat mit der Stockspitze und gleichzeitig mit der Stockunterseite die Snaredrum.

Wieviel verschiedene RimClick-Sounds könnt Ihr auf Eurer Snaredrum erzeugen? Je weiter sich der Stock zur Fellmitte bewegt, um so tiefer wird der Click-Sound. Etwas anderes gilt, wenn Ihr das Fell beim RimClick nicht mit der Hand abdämpft. Spielt einen Groove mit abwechselnden RimClick-Sounds. In älteren Badewannen ist der Stöpsel mit einer Perlenkette befestigt. Diese Kette legt Ihr auf ein Becken und habt so einen Sizzle-Effekt ohne das Becken anzubohren.

Besorgt Euch verschiedene Shaker und spielt sie mit dem Hihat oder Ride-Becken zusammen (besonders geeignet…Maracas!). Auf diese Weise entstehen ganz eigene neue Sounds und Grooves, die wie von mehreren Drummern oder Drums+Percussion gleichzeitig gespielt klingen.

Ich finde, man spielt am besten mit den Ohren Schlagzeug.

Technische Virtuosität sollte ein Mittel sein, um die Ideen der eigenen Ohren umzusetzen. Das hat wenig mit den Paradiddles und Snaredrumübungen (die an anderer Stelle absolut zu empfehlen sind!) zu tun.

Es ist Eure eigene Technik, und Eure Ohren können Euch den Weg dahin zeigen

Viel Erfolg auf Eurem Weg….